Mit Innovage ist auch auf nationaler Ebene zu rechnen
Über 50 an Innovage beteiligte Personen trafen sich am 2. Juli in Zürich und diskutierten bisherige Erfahrungen und Zukunftsperspektiven der neuen Organisation. Gastreferent Iwan Rickenbacher forderte in seinem Referat über Perspektiven der Freiwilligenarbeit mehr Weiterbildungsangebote à la Innovage.
Gut ein Jahr nach der Lancierung des Projekts und knapp drei Wochen nach der Gründung des neusten Innovage-Netzwerks trafen sich Innovageberaterinnen und -berater aller vier Pilot-Regionen (Zürich, Zentralschweiz, Ostschweiz, Suisse Romande) erstmals zu einem Erfahrungsaustausch.
In "Ateliers" zu Themen, welche die Projektleiterin Colette Peter aus den vorab eingegangenen Anregungen zusammengestellt hatte, diskutierten die Teilnehmenden darüber, welche Kriterien ein Innovageprojekt zu erfüllen habe, wie die Zusammenarbeit zwischen den Regionen und die virtuelle Vernetzung zu organisieren sei, welche Rolle Innovage innerhalb der Freiwilligenarbeit anstreben und wohin sich die neue Organisation in Zukunft entwickeln solle. 32 Männer und 11 Frauen - alles zertifizierte Innovage-Beraterinnen und -Berater - beteiligten sich an den angeregten Diskussionen. Innovage sei, so brachte es ein Tagungsteilnehmer auf den Punkt, "so vielfältig wie unsere Projektideen. Aber vor allem ist Innovage das, was wir aus diesen Ideen wirklich machen."
Politisch-öffentliche Wirkung
Laut Innovage-Initiator Heinz Altorfer soll Innovage im Lauf der nächsten drei Jahre schweizweit "ein Begriff dafür werden, wie ein innovativer Übergang in eine arbeitgeberunabhängige Lebenszeit gestaltet werden kann". Wichtig sei auch, dass Innovage von den Macherinnen und Machern, "also den so genannten Senioren", wie Altorfer augenzwinkernd meinte, autonom betrieben und auch auf nationaler Ebene gestaltet werde. Mit der Tagung wolle man zeigen, "dass mit Innovage auch auf nationaler Ebene zu rechnen ist, weil wir andere anstecken wollen und weil uns bewusst ist, dass unser Tun eine politisch-öffentliche Wirkung zur Stärkung der Zivilgesellschaft hat."
Gastreferent Iwan Rickenbacher sprach zum Thema "Demografie und Miliz: Perspektiven der Freiwilligenarbeit". Heute seien 17 Prozent der Bevölkerung älter als 65. Die Ressourcen dieser immer grösser werdenden Bevölkerungsgruppe gelte es zu nutzen – nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch für Freiwilligenarbeit. Dazu brauche es unter anderem neue Weiterbildungsangebote für ältere Menschen im Übergang zwischen Erwerbsarbeit und Pensionierung. "Was Innovage leistet, ist beispielhaft", meinte Rickenbacher. In der Öffentlichkeit müsse das Bild alternder Menschen und ihrer Fähigkeiten und Leistungen für die Gesellschaft zu korrigiert werden. "Die Vorstellung, dass Alter vor allem mit Krankheit, Gebrechlichkeit und Armut zu tun habe, ist völlig überholt."
Lob für Schweizer Schnelligkeit
Auch die zwei Gäste aus Deutschland - Vorstandsmitglieder des Vereins EFI (Erfahrungswissen für Initiativen) -, Herbert Schmidt und Eduard Kuntz, zeigten sich beeindruckt von dem, was sich auf der Basis ihrer Idee in der Schweiz entwickelt hat: "Manche denken, die Schweizer seien immer etwas langsamer als wir, aber dieses Vorurteil haben Sie mit dem Tempo beim Aufbau Ihrer Organisation eindeutig widerlegt." Man freue sich auf den weiteren Austausch und hoffe, Innovage-Vertreter/innen in Zukunft auch an EFI-Tagungen begrüssen zu dürfen.
Zum Schluss gab es noch eine Stabsübergabe in der Innovage-Crew: Die Kommunikationsfachfrau Isabel Baumberger, die während der Aufbauphase für alle Marketing- und Kommunikationsbelange zuständig war, gibt diese Funktion ab und freut sich, in Zukunft noch als Beraterin und Texterin für Innovage tätig zu sein. Seminarleiterin und E-Learning-Spezialistin Maja Graf, die bereits als Ansprechpartnerin der regionalen Webmaster fungiert, übernimmt neu auch die Redaktion der Homepage, und Corinne Goetschel verstärkt ihr bisheriges Engagement als Medienbeauftragte in der Suisse Romande. Neu dazu kommt Christian Zwinggi, PR-Berater und ehemaliger Stabsmitarbeiter beim Migros-Kulturprozent - er übernimmt die Gesamtverantwortung für das Marketing sowie die Medienarbeit in der deutschen Schweiz.
Referat_Iwan_Rickenbacher_Demografie_und_Miliz.pdf Referat Iwan Rickenbacher |
Booklet zur Tagung 2007 |

