Nach dem Start kommt das Profil
Zwei Jahre nach der Lancierung von Innovage trafen sich über 60 Personen in Fribourg zur zweiten nationalen Innovage-Tagung. Nachdem Gastreferent Claude Torracinta über die gesellschaftliche Bedeutung und den individuellen Nutzen der ehrenamtlichen Arbeit im Pensionsalter reflektierte, nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, um Erfahrungen auszutauschen und Fragen der weiteren Entwicklung und Profilierung von Innovage zu thematisieren. An der Tagung zeigte sich, dass Innovage die Startphase erfolgreich gemeistert hat und nun mitten in einer Phase des Wachstums steht. Durch das Engagement und Wirken seiner Macherinnen und Macher gewinnt das Projekt zusehens weiter an Profil.
Innovage entwickelt sich und so verändert sich auch die nationale Jahrestagung. Während sich letztes Jahr noch ausschliesslich die Projektleitung des Tagungsprogramms annahm, waren es in diesem Jahr Vertreter und Vertreterinnen der Netzwerke, die im Auftrag der Groupe de Pilotage und in Zusammenarbeit mit der Projektleitung die Zusammenkunft in Fribourg konzipierten und organisierten. So konnte Heinz Altorfer bei schönstem Wetter die anwesenden Innovage-Beraterinnen und Berater, Projektmitarbeitenden und Gäste herzlich begrüssen. Speziell willkommen geheissen wurden die frisch zertifizierten Beraterinnen und Berater aus dem neuen Netzwerk Nordwestschweiz und die designierte Seminarleitung des geplanten Netzwerkes Bern, Elisabeth Schneller und Beat Bühlmann. Aus Deutschland angereist war Herbert Schmidt von der verwandten Organisation EFI Deutschland. Mit Charme und Sprachkompetenz über den Röstigraben hinweg moderiert Corinne Goetschel durch den Tag.

Reiner Nutzen
"Der Ruhestand ist nicht mehr, was er einmal war!", Claude Torracinta, der ehemalige Nachrichtenchef des Westschweizer Fernsehens fasst zu Beginn seines Referates die Veränderungen rund um die Pensionierung zusammen. Biologisch wird man später alt und ist mit 65 Jahren zu jung, um alt zu sein. Reich an Zeit, Erfahrung und bei guter Gesundheit will sich die neue Generation nicht in die Rolle der passiven Verbraucher zurückziehen. Engagement statt Langeweile lautet das Rezept, das vor Vergessen und Abbau schützt. Dabei profitiert nicht nur die Gesellschaft vom freiwilligen Engagement der jungen Rentner, sondern nicht zuletzt auch diese selbst. Torracinta zeigte anhand seiner eigenen Biografie, wie er dank seinem Engagement nach der Pensionierung ein überaus aktives, bereicherndes und bewegtes Leben führte, das die Konfrontation mit neuen Inhalten brachte, soziale Kontakte förderte und ihn auch zwang, mobil zu bleiben und sich mit den technischen Neuerungen wie Internet und E-Mail auseinander zu setzen. Letztlich, so das Resumée des anschaulichen Referates, resultiert reiner Nutzen aus dem gemeinnützigen Engagement der jungen Rentner.

Sportliche Diskussionen an runden Tischen
Ziel der Tagung war neben dem Erfahrungsaustausch auch die Klärung offener Fragen, die im Vorfeld der Tagung von den Netzwerken formuliert worden waren. An neun runden, thematisch definierten Tischen wurden vor dem Mittag abwechselnd kurze Diskussionen geführt. Debattiert wurde über das Profil von Innovage, die Organisation in den Netzwerken, über motivierende Faktoren oder auch die Zukunft von Innovage über das Jahr 2010 hinaus, wenn die Selbstorganisation von Innovage auch auf nationaler Ebene realisiert sein soll. Die Resultate dieser dreistufigen Diskussionsrunde wurden anschliessend protokolliert und werden im August in der Sitzung der Groupe de Pilotage weiter diskutiert und ausgewertet.
Teamgeist, Klarheit und Realismus führen zum Erfolg
Um die Extraktion positiver und negativer Faktoren in der Projektarbeit ging es nach dem Mittagessen. Die Diskussion begann in Zweiergesprächen, daraus ergaben sich Viererrunden von denen sich wiederum je zwei zusammenschlossen bis zum Schluss als Resultat der Lawinen-Debatte sechs, bzw. neun Erfolgsfaktoren und Stolpersteine vorlagen. Positiv für den Projekterfolg sind demnach ein klar definierter Auftrag mit der nötigen Verbindlichkeit, realistische Ziele, eine differenzierte Analyse und die Arbeit in einem lebendigen, motivierenden Team mit mindestens zwei Personen aus dem Netzwerk. Problematisch wird es umgekehrt, wenn die Abmachungen unklar sind und das Projekt auf festgefahrene persönliche oder politische Haltungen trifft.

Ehre wem Ehre gebührt
Zum Schluss der Tagung dankte Heinz Altorfer den anwesenden Netzwerken für ihr bisheriges, erfolgreiches Wirken. Angèle Dubois nahm stellvertretend für das Netzwerk der Suisse Romande als Dank für die Mitorganisation der Tagung einen Gutschein für einen Besuch im Musée d’ethnographie in Neuchâtel entgegen. Ins Bourbaki-Panorama darf Hans Müller das Netzwerk Zentralschweiz führen, das sich aus einer schwierigen Anfangssituation zu einer sehr gut funktionierenden Gruppe entwickelt hat. Der neue Zürcher Präsident Linus Baur erhielt für die erfolgreiche Durchführung des Fundraising-Seminars einen Gutschein für eine Führung im Museum Rietberg. Den Spuren Henri Dunants wird das Netzwerk Ostschweiz in Heiden folgen. Das einzige nicht als Verein organisierte Netzwerk hat es verstanden, die unterschiedlichsten Mitglieder erfolgreich zu integrieren. Ena Ringli nahm das Geschenk stellvertretend entgegen. Vom frisch gegründeten Netzwerk Nordwestschweiz nahm Charles Studer den Gutschein für eine Reise nach Weil am Rhein entgegen, wo das Vitra Design Museum steht.

Fazit
Projektleiterin Colette Peter, mit Blumen und Applaus geehrt zog ein positives Fazit aus der Tagung: «Ich empfand den Tag als sehr anregend und bereichernd. Es wurden gute Gespräche geführt und Kontakte über die regionalen Netzwerke hinaus geknüpft. Die Resultate aus den beiden Gesprächsrunden liefern wichtige Impulse für die weitere Entwicklung und Profilierung von Innovage. Und überhaupt ist es toll, einmal im Jahr die ganze Innovage-Familie versammelt zu sehen. Mir gibt das Motivation und Kraft für alle Aufgaben, die da noch folgend mögen! Mein herzlicher Dank gilt der Vorbereitungsgruppe, die über die Netzwerkgrenzen hinaus erfolgreich zusammengearbeitet hat.»
080623_ReferatTorracinta_d.pdf Referat Claude Torracinta als PDF | 97 K |
080704_Jahrestagung_Fribourg.pdf Tagungsbericht als PDF | 226 K |
Lesen Sie auch den Tagungsbericht von Herbert Schmidt auf der Internetseite von EFI Deutschland. Mehr...

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