Jahrestagung 2012: "Basel bewegt anders"

Innovage wird zusammengetrommelt

 

von Linus Baur

 

Die Innovage-Jahrestagung 2012 vom 22. Juni in Basel stand unter dem Titel "Basel bewegt anders".  In mehreren Vorträgen wurde ein selbstbewusstes Basel präsentiert, das sich in vielen Belangen von der übrigen Schweiz unterscheidet.

Einmal im Jahr treffen sich die rund 120 Mitglieder der sieben Innovage-Netzwerke zur Jahrestagung, organisiert von jeweils einem der Netzwerke. Diesmal war das Netzwerk Nordwestschweiz an der Reihe. Treffpunkt war der prunkvolle Münstersaal in Basels Altstadt. Von der Münsterterrasse aus geniesst man einen wunderbaren Blick auf Rhein und Kleinbasel. Angesagt waren drei Referate zu Basel, die die Eigenheiten der Rheinstadt näher beleuchten sollen. Der Titel "Basel bewegt anders" versprach interessante Einblicke in eine kleine Weltstadt mit humanistischer Tradition, die anders und doch irgendwie vertraut tickt.

Für Grösseres bestimmt

Innovage in historischen Hallen
Urs Müller, Direktor BAK

Der erste Vortrag galt der Wirtschaftsregion Basel. Urs Müller, Direktor und Chefökonom von BAK Basel Economics, machte zuerst einen kurzen historischen Abriss, beginnend im Jahr 1006, als Basel vom Burgund an Deutschland abgegeben wurde, bis zur leidvollen Trennung von Basel-Stadt und Basel-Land  im Jahr 1833. Basel war immer ein wichtiger Handelsplatz. Heute dominieren Chemie und Pharma das wirtschaftliche Leben von Basel und seiner Region. 40 000 Personen pendeln täglich nach Basel zur Arbeit, ein schöner Teil davon aus Deutschland und Frankreich. Doch auch als wichtiger Messeplatz geniesst die Rheinstadt weltweites Ansehen. Müller ist überzeugt, dass "Basel  für etwas Grösseres bestimmt ist".  Dazu sei Basel mehr denn je auf eine offene Schweiz und offene Grenzen angewiesen.

Gemälde im Münstersaal
Peter Habicht, Historiker

Viel ist vom Basler Mäzenatentum die Rede. Zu Recht, denn ohne die vielen Geldgeber wäre Basel heute nicht die Kulturstadt mit Weltruf. Erwähnt sei nur das Beyeler-Museum in Riehen. Aber auch der Zoo Basel ist Nutzniesser des Mäzenatentums. Wie Peter Habicht, Historiker, Autor und Infotainer, ausführte, weist Basel 850 gemeinnützige Stiftungen auf. Die grösste und wichtigste ist die Merian-Stiftung. Eigen ist den Geldgebern die Verschwiegenheit. Man weiss wohl, woher die Gelder stammen und bei wem Geld zu holen ist, aber man spricht nicht darüber. Der berühmte Basler Daig hat Macht und Verantwortung, auch heute noch. Er pflegt - so Habicht - eine "veritable Kultur des Schenkens", um in Erinnerung zu bleiben.

Einblick in Kuriositäten

Felix Rudolf von Rohr, Leiter der Fernsehserie "In Dubio Pro Regio"

"Die Basler Fasnacht und andere Kuriositäten" waren das Thema des dritten Vortrages. Felix Rudolf von Rohr, Leiter der Fernsehserie "In Dubio Pro Regio", vermittelte einen amüsanten Einblick in die wechselvolle Geschichte der Basler Fasnacht mit ihren traditionellen Larven wie Harlekine, Alte Tanten und Waggis. In der Vergangenheit hatte die Fasnacht zahlreiche Verbote des besorgten Klerus und der Obrigkeit zu erdulden. Gespickt mit vielen Details schilderte von Rohr weitere Kuriositäten, die eigentümlich zu Basel gehören. Auch liess er es sich nicht nehmen, Basel als Kleineuropa anzupreisen und den Basler Humor in Analogie zum britischen Humor zu setzen.

Die Dalcroze Rhythmik wird ausprobiert

Der Nachmittag stand im Zeichen der Gesundheit. Prof. Reto W. Kressig, Extraordinarius und Chefarzt für Geriatrie an der Universität Basel,  sprach zum Thema "Motorisch und kognitiv fit bis ins hohe Alter". Um im Alter geistig und körperlich fit zu bleiben, genügt ein regelmässiges Krafttraining nicht. Vielmehr braucht es neben Muskeltraining auch ein kombiniertes Bewegungs- und Hirntraining, unterstützt mit Musik. Hier bietet sich die Jaques-Dalcroze-Rhythmik an, ein speziell für Senioren entwickeltes Rhythmik-Tanz-Programm.  Unter der Leitung von Gabriela Chrisman konnten die Tagungsteilnehmer selbst im Taktschritt die Vorteile der Dalcroze-Rhythmik spürbar erleben. Übrigens: Dalcroze-Rhythmik wird von den beiden Innovage-Netzwerken Suisse Romande und Nordwestschweiz tatkräftig unterstützt und auch im Netzwerk Bern-Solothurn aufgebaut.

Interne Neuigkeiten

Geri Kühne: "Projekte zeigen!"
Das OK in FCB-Stimmung

Zum Abschluss der Tagung war Internes angesagt. Vertreter der sieben Netzwerke stellten kurz die Arbeit ihres Netzwerks vor. Wer mehr erfahren wollte, konnte sich in der Pause an den von den Netzwerken gestalteten Pinwänden näher informieren. Auch eigens kreierte Flyer der Netzwerke und der Geschäftsleitung wurden aufgelegt.
Der neue Vorsitzende der Geschäftsleitung, Beat Häni vom Netzwerk Ostschweiz, berichtete über die turnusgemäss verschiedenen Wechsel  in der Geschäftsleitung. Er verabschiedete die beiden GL-Mitmitglieder Emanuel Hafner und Linus Baur und würdigte kurz deren Mitarbeit beim Aufbau von innovage.ch. Schliesslich wurden 15 Neumitglieder aufgenommen (siehe Kasten). 13 davon haben die Einführung abgeschlossen und sich zu einer engagierten Gruppe zusammengefunden, die anderen beiden sind noch dran. 

Neuaufnahmen 2012

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