Ein aussergewöhnlicher Markttag in Luzern

Für alle, die in den Sixties jung waren. In Luzern zeigte der erstmals durchgeführte „Marktplatz 60plus“ mit vielseitigem Angebot und einem unterhaltsamen Programm auf, wie 60-Jährige ihren neuen Alltag aktiv und sinnvoll gestalten können. Über 1500 Besucherinnen und Besucher besuchten diesen Anlass. Mit einem Stand dabei war das Netzwerk Zentralschweiz von Innovage.


Beflaggt: Info-Stand von Innovage.
Grosses Interesse: Eingang zum Marktplatz.
Täglich frisch: Weisch no...?
Übergross: Idol aus den Sixties.
Reger Austausch: Innovage lässt bitten.
Stadtbekannt: Motorrad von Angy Burri.
Nonstopp: Screening des Films von Mario Gerteis.

Der Ausblick vom Kornmarkt auf die Kapellbrücke und die vorwärtstreibende Menschenmenge entlang der sanft fliessenden Reuss erinnert an eine Postkarte. Beidseitig des Ufers bietet eine bunte Schar Gemüse- und Fischhändler ihre Waren an. Touristen und Einheimische pilgern von Stand zu Stand, machen Fotos, halten einen kurzen Schwatz, kaufen ein und geniessen diesen sonnigen Morgen. Samstag ist Markttag in Luzern, ein besonderer Tag.

Der Kornmarkt liegt ein wenig oberhalb dieser Szenerie im morgendlichen kühlen Schatten. Metallständer stehen gruppiert vor dem Eingang, beklebt mit der Werbebotschaft des im Rathaus stattfindenden etwas anderen Markttag: „Marktplatz 60plus“, steht da geschrieben. Aus dem offenen Portal des Rathauses, Ort des Anlasses, dringt bereits um 10 Uhr buntes Stimmengewirr auf den Platz hinaus.

Reger Austausch bei Innovage

Eingeladen zum „Marktplatz 60plus“ hat die Stadt Luzern unter dem Motto: Blick zurück nach vorn. Dabei soll vor allem die Generation um den Übertritt ins Pensionsalter angesprochen werden: „Dieser Marktplatz ist für alle, die in den Sixties jung waren“, steht in der Botschaft der Organisatoren. Dass auch Rentner und Rentnerinnen noch zahlreiche Möglichkeiten erhalten aktiv zu sein, zeigen an diesem erstmals durchgeführten Markplatz im Kornschüttesaal rund 20 Institutionen an ihren Infoständen.

Ein stetes Summen wie in einem Bienenstock begleitet den Besucher durch den mit Ständen flankierten Saal. Der Anlass ist sehr gut besucht. Beigen von Broschüren, Visitenkarten und Infomaterialien warten auf Interessierte. Trauben von meist grauhaarigen Leuten stehen buntgemischt vor den Infotischen und plaudern über Ideen und Projekten ihrer Generation. Die junggebliebenen Sechziger werfen wohl einen „Blick zurück nach vorn“, wie die Einladung verspricht. Am Stand von Innovage fallen die Betreuerinnen und Betreuer vor allem durch ihre weissen T-Shirts auf. Bemerkenswert oft werden sie (Dagmar, Gertrud, Bruno und Josef) in persönliche Gespräche verwickelt – Begegnungen von Interessierten für Interessierte. Hier studiert eine elegant gekleidete Frau den Innovage-Prospekt, da schnappt sich ein graumelierter Herr von der Ablage ein „Tröpsli“ aus dem Körbchen.

Westernfan und Fussball-Legende

Innovage stellt sich hier in Luzern mit der Grundidee der Organisation und zielgerichtet mit ihren laufenden Projekten vor. Viel Wert legt Bruno Riedo, Mitglied des Netzwerks Zentralschweiz, darauf, dass Innovage nicht nur Erfahrung an ältere Leute weitergibt, sondern auch auf die Hilfe für jüngere Menschen fokussiert. Als Beispiel gibt er die BaBel-Strings an, ein Projekt zur Unterstützung einer Musikschule und eines Streichorchesters für multikulturelle Kinder und Jugendliche. Zudem wolle Innovage, so Riedo, nicht nur in sozialen Bereichen tätig sein - was ein grosser Prozentsatz des Engagements ausmache - sondern könne auch in wirtschaftlichen Belangen aktive Unterstützung leisten, sofern dies gewünscht wird. Marktplatz 60plus-Organisator Beat Bühlmann schätzt es sehr, dass Innovage hier präsent ist: „Das ist eine der Organisationen, die zeigt, dass sich etwas verändert, dass Leute da sind, die Verantwortung nicht nur für sich, sondern auch für andere übernehmen. Und damit etwas in Bewegung setzen wollen.“

Über den ganzen Tag verteilt präsentierten sich auf der zentralen Bühne im Saal zudem Persönlichkeiten wie Alt-Stadtpräsident Urs W.Studer, Jazzer und Saxofon-Spieler Urs Leimgruber, Western-Fan und Musiker Angy Burri, Fussballlegende Kudi Müller, uva. Diese Ü-Sechziger wurden jeweils nach einer Kostprobe ihres Könnens zu ihrem Leben befragt. Die wiederholte Vorführung des Films „Luzern – Mosaik einer Stadt“ aus dem Jahr 1962 von Mario Gerteis setzte in einem Nebenraum dem kurzweiligen und vielseitigen Rahmenprogramm des „Marktplatz 60plus“ das Pünktchen aufs „i“.

Über 1500 Leuten haben den Anlass besucht, so die Organisatoren auf ihrer Website „luzern60plus.ch“. Ein Erfolg - ein aussergewöhnlicher Markttag in Luzern - an den es im nächsten Jahr anzuknüpfen gilt. Ein spezieller Tag nicht nur für die Sixties-Generation.





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