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Der Dorfmarkt VITAPLUS in Wuppenau

Nachhaltigkeit ist erklärtes Ziel von Innovage. Aus Wuppenau gibt es diesbezüglich eine Erfolgsgeschichte zu erzählen. 2010 ist hier mit Unterstützung des Innovage Netzwerks Ostschweiz ein Dorfladen eröffnet worden. Gerade hat er seinen elften Geburtstag gefeiert.

Begonnen hat die Geschichte Ende März 2008, als in Wuppenau der Volg-Laden geschlossen wurde. Dies inspirierte die Mitarbeiter*innen des Vereins revita, selber einen Dorfladen zu eröffnen. Der Verein betreibt im thurgauischen Hosenruck eine Wohngruppe für Frauen mit psychischer Beeinträchtigung, die nach einer Stabilisierungsphase beruflich eingegliedert werden sollen. 

Der zu gründende Dorfladen sollte zum einen die Nahversorgung sicherstellen und dabei wirtschaftlich und professionell geführt werden. Zum andern sollte er psychisch beeinträchtigten Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen und allenfalls mittelfristig die Ausbildung von Lernenden in Betracht ziehen.  

Engagement und Fachwissen 
Regula Zürcher, Projektleiterin und Co-Geschäftsführerin des Dorfmarkts VITAPLUS, hatte damals zusammen mit einer Kollegin ein Grobkonzept für einen unabhängigen Dorfladen entworfen. Dieser sollte ein Integrationsangebot umfassen, das in erster Linie den Frauen aus der von ihr betreuten Wohngruppe zugutekommen sollte. Vom Innovage-Beratungsangebot hörte Regula Zürcher durch eine Bekannte. Sie füllte das Bewerbungsformular aus, erhielt noch am gleichen Tag eine Antwort, und der Grundstein für die Zusammenarbeit war gelegt. «Wir fühlten uns vom ersten Moment an verstanden», erinnert sie sich. 

Der seitens Innovage zuständige Projektverantwortliche konnte in der Folge weitere drei Kolleg*innen, alle pensionierte Fachkräfte aus dem Detailhandel, für die Projektplanung gewinnen. «Mit viel Engagement begleiteten uns diese Gruppe durch die verschiedenen Projektphasen und erschloss uns völlig unentgeltlich ihr grosses Fachwissen», erzählt Regula Zürcher. Das anspruchsvolle Projekt habe es auch mit sich gebracht, dass Veränderungen im Team hätten bewältigt werden müssen. In strukturierten Projektsitzungen sei nach dem Ressortprinzip gearbeitet worden. Man habe einen Zeitplan für die Umsetzung erstellt und die erreichten Meilensteine gefeiert.  

«Dank Innovage konnten wir unser Projekt einer grösseren Zuhörerschaft vorstellen und erlebten viel Goodwill bei Gesprächen mit den Geldgebern sowie bei der Beschaffung des Inventars,» zieht die damalige Projektleiterin Bilanz.  

Kundenähe und regionale Verankerung 
Im Rückblick staunt Regula Zürcher immer noch, dass der Dorfmarkt VITAPLUS trotz des damals eingeschränkten Sortiments bereits im ersten Geschäftsjahr ein gutes Ergebnis erwirtschaftet habe. Weil die Betreiberinnen die Bedürfnisse und Wünsche der Kundschaft von Beginn an interessiert hätten, seien immer wieder kreative Wege gefunden worden, um gewünschte Produkte ins Sortiment aufzunehmen. «Wir erleben, dass die Zufriedenheit unserer Kunden und Kundinnen auf verschiedenen Aspekten beruht. Die persönliche Atmosphäre, das ausgewogene Sortiment und im Besonderen die Regionalität tragen dazu bei», sagt sie. 

Begleiteter Arbeitsalltag 
Der Dorfmarkt hatte von Anfang an auch einen Integrationsauftrag. Er sollte Arbeitsplatz für Menschen mit psychischen Einschränkungen werden. Daran habe sich auch elf Jahre nach der Eröffnung nichts geändert, erzählt Regula Zürcher: «Frauen mit komplexen Traumafolgestörungen können im begleiteten Arbeitsalltag ihre Fähigkeiten zeigen und sich in ihrer psychischen Stabilisierung weiterentwickeln. Sie werden von den Kundinnen und Kunden sehr geschätzt und als gleichwertige Teammitglieder wahrgenommen. Das verbindliche und engagierte Miteinander-Arbeiten und -Lebenteilen, hat sich als ein wichtiger Faktor für die Förderung der psychischen Gesundheit erwiesen. Die gewählte Strategie hat sich bis heute bewährt und bedurfte keiner Anpassung.»